Oder: Warum der Begriff „Coaching“ für fast alles herhalten muss und was wirklich dahinter steckt.
Viele Frauen, die sich melden, sagen so etwas wie: „Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, was Coaching ist, aber ich glaube, ich brauche irgendwas in die Richtung.“ Das ist ziemlich verwirrend, aber auch ziemlich ehrlich, denn der Begriff wird gerade für alles mögliche verwendet: Life Coaching, Business Coaching, Health Coaching, Dog Coaching. Und irgendwo dazwischen geht unter, worum es wirklich geht.
Was dich hier erwartet:
Vier Formate sortiert, die ständig in einen Topf geworfen werden. Eine Entscheidungshilfe, was für dich gerade das Richtige sein könnte. Und eine ehrliche Antwort auf die Frage, was „systemisch“ überhaupt bedeutet.
Lass uns das mal genauer anschauen.
Was Coaching eigentlich ist
Coaching ist professionelle, individuelle Begleitung für Menschen in herausfordernden beruflichen oder privaten Situationen. Der entscheidende Punkt: Du bist Expertin für dein Leben, ich bin Expertin für den Prozess.
Das klingt simpel, ist es aber nicht, denn der Unterschied zu anderen Formaten liegt genau da: Im Coaching entwickelst du deine eigenen Lösungen. Du wirst nicht beraten, nicht behandelt, nicht trainiert, sondern begleitet, und zwar so, dass am Ende deine Antworten dastehen.
Was heißt „systemisch“? Ein systemischer Ansatz betrachtet nicht nur dich als Person, sondern auch dein Umfeld: Beziehungen, Rollen, Wechselwirkungen, die Erwartungen, die auf dich einwirken. Ein Problem entsteht meistens im Zusammenspiel mit dem, was um dich herum passiert, nicht im luftleeren Raum, und systemisches Coaching schaut deshalb auf das ganze Bild. So entstehen Lösungen, die halten, weil sie zu deinem echten Leben passen.
Was Coaching nicht ist
Weil „Coach“ kein geschützter Begriff ist, kann sich jede:r so nennen. Darum lohnt es sich, die anderen Formate zu kennen:
- Psychotherapie setzt eine Diagnose voraus und behandelt psychische Erkrankungen heilkundlich. Sie ist reguliert, erfordert eine Zulassung und ist der richtige Weg, wenn du mit einer psychischen Erkrankung lebst oder denkst, du könntest eine haben, denn Coaching ist kein Ersatz dafür.
- Supervision ist ein professioneller Reflexionsprozess, meist im beruflichen Kontext, bei dem Fachkräfte aus sozialen oder pädagogischen Berufen ihre Arbeit und Fallverläufe gemeinsam reflektieren, eng gefasst und beruflich orientiert.
- Training vermittelt vor allem Wissen und Fähigkeiten, weil jemand etwas Neues lernen soll. Im Coaching geht es nicht darum, dir etwas beizubringen, denn du weißt ja schließlich schon ziemlich viel. Die Frage ist eher: Was hält dich davon ab, danach zu handeln?,
- Mentoring ist eine oft direktive Begleitung durch jemanden, der in einem bestimmten Bereich mehr Erfahrung hat als du und daraus Ratschläge gibt, was sinnvoll sein kann, aber keine neutrale Prozessbegleitung ist, weil die Perspektive des Mentors immer mit einfließt.

Für wen Coaching passt
Coaching ist kein Krisenformat und keine Notaufnahme, sondern setzt voraus, dass du handlungsfähig bist und Interesse oder Lust hast, an dir und deiner Situation zu arbeiten, auch wenn das gerade noch nicht klar formuliert ist.
Drei echte Beispiele aus meiner Praxis, wie das klingen kann, wenn jemand zum ersten Mal anruft: (die Namen sind naürlich geändert 😉 )
- *Kathrin, 45, Lehrerin, zwei Teenager zu Hause: „Ich weiß nicht mehr, was ich eigentlich will. Ich funktioniere, aber das fühlt sich nicht mehr wie ein Leben an.“
- *Nadine, 42, Mediengestalterin: „Ich habe so viele Ideen und verliere mich im Gedankenkarussell. Ich will endlich mal wissen, was wirklich zu mir passt.“
- *Claudia, 39, Projektmanagerin in Teilzeit, alleinerziehend: „Ich gebe mehr, als ich kann, aus Pflichtgefühl, aus Angst, jemanden zu enttäuschen. Wie lerne ich, früher zu merken, wann es zu viel wird?“
Keine dieser Frauen ist „krank“ (im medizinischen Sinne). Alle drei stecken in einer Situation, die sie selbst lösen können, wenn sie jemanden an ihrer Seite, die den Prozess begleitet und hält.
(Weitere Fallbeispiele findest du hier.)
Was nach dem Coaching anders ist
Ziemlich viel, wenn man ehrlich ist:
- Du kennst deine Bedürfnisse besser, auch die, die du lange ignoriert hast.
- Du weißt, welche Werte dir wirklich wichtig sind, nicht welche du auf dem Motivationsspruch-Kalender stehen hast.
- Du triffst Entscheidungen, die zu dir passen, nicht zu dem, was andere von dir erwarten.
- Du merkst früher, wenn du wieder in alte Muster gleitest.
Zu funktionieren ist kein Lebensziel. Stabilität haben schon eher.
Fang doch mal mit meinem Quiz an: „Außen: läuft. Und was ist mit innen?“ ist ein 5-Minuten-Selbstcheck, der dir ziemlich klar spiegelt, woran es bei dir gerade innen hakt und wo du anfängst.
Wenn du tiefer willst, gibt’s das 6-Wochen-Programm „Bis hierher. Und jetzt anders.“ Sechs Wochen Begleitung im 1:1, genau für diese Arbeit.
xo, Tina


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